WMF - was sonst ?

Dr. Henning Ibs

Eigentlich war die Gründung der WMF eine Frust-Reaktion auf eine völlig unbefriedigende Situation in der damaligen Stadtvertretung. Durch das Stimmenverhältnis 10:9 war die Demokratie ziemlich gelähmt. Der Frust war so groß, dass Henning Ibs und Jens Glindemann den riesigen bürokratischen Aufwand der Gründung einer neuen politischen Kraft auf sich genommen haben.

 

Als die Gründung der WMF dann am 25. September 1997 stattgefunden hatte, war dies natürlich ein echtes Thema in Meldorf. Die Presse befragte die Vertreter der anderen in Meldorf vertretenen politischen Parteien. Die CDU äußerte sich über ihren damaligen Fraktionsvorsitzenden Dr. Martin Staguhn und lies verlautbaren, dass man "vernünftig mit der WMF zusammenarbeiten" werde. Dies hat überwiegend geklappt. Der Wunsch von Dr. Staguhn, dass die WMF bei 5,1% Stimmenanteil hängen bleibe, hat sich so dann doch nicht erfüllt. Die WMF hat bei der Kommunalwahl 1998 mit 36% eingeschlagen. Es musste erstmals seit langer Zeit wieder in der Stadtvertretung um Mehrheiten geworben werden, und das war und ist noch heute gut so.


Der seinerzeitige FDP Stadtvertreter Gerhard Hammerich beklagte sich darüber, dass die WMF die Themen aufgegriffen habe, die die FDP besetzt habe, wovon man in Meldorf allerdings wenig bis nichts gemerkt hatte. Von der SPD äußerte sich Norbert Zimmermann und meinte, dass in der Kommunalpolitik immer Platz für eine Wählervereinigung ist, es müsste sich allerdings zeigen, ob sie langfristig Platz haben könne. - Sie hat. Im übrigen meinte er, dass die WMF bei einer Wahl überall Stimmen abziehen würde. - Sie hat, aber insbesondere bei der SPD.

 

Die Prognosen der politischen Konkurrenten haben sich also mehr oder weniger erfüllt. Um es noch einmal deutlich zu sagen: Die WMF war das Ergebnis einer Frust-Reaktion, allerdings hat sie sich in den nunmehr 18 Jahren ihres Bestehens kommunalpolitisch ins Zeug gelegt, mehr als die politische Konkurrenz erwartet hatte, und sie hat eine Menge erreicht. Bei der Kommunalwahl 2003 ging es nicht mehr um Frust, sondern darum, dass die Bürger eine gute Arbeit der WMF gesehen haben, dass dies eine Gruppierung ist, die sich mit Kreativität und Engagement der Probleme der Meldorfer Bürger annimmt und auch keine Konflikte scheut. Die Wähler haben dies mit ihrer Stimmabgabe honoriert.

 

Das Wahlergebnis 1998 war ein "Erdrutsch-Wahlsieg" für die WMF, aber das nur wenig schlechtere Ergebnis der Wahl 2003 von 32% hat gezeigt, dass die WMF sich in der Meldorfer Kommunalpolitik etabliert hat.

 

Die Kommunalwahl 2008 bescherte uns das zweitbeste Ergebnis seit 1998. Sieben Stadtvertreter erhielten fast 35% der Wählerstimmen. Mit dem kleinen Vorsprung von 53 Stimmen waren wir der Wahlsieger und hatten das Vorschlagsrecht für den Bürgermeister. Reinhard Pissowotzki wurde mit den Stimmen der WMF, der SPD und zwei uns bekannten Stadtvertretern der CDU mit überwältigender Mehrheit zum ersten ehrenamtlichen Bürgermeister der nunmehr amtsangehörige Stadt gewählt.

Die kommunalpolitische Arbeit ohne eigene Verwaltung wurde nicht einfacher und nach kurzer Zeit war deutlich, dass die Funktion eines ehrenamtlichen Bürgermeisters für eine Stadt mit 7.500 Einwohnern nicht optimal sein kann. Dies wurde auch im Landtag so gesehen und man schuf die Möglichkeit für Städte über 4.000 Einwohnern die Funktion des Bürgermeisters wieder hauptamtlich zu besetzen. Die Wahl erfolgt direkt durch die Bevölkerung.

Hierfür haben wir uns zum Wohl der Stadt stark gemacht. Reinhard Pissowotzki wollte nicht hauptamtlich tätig sein und zwei weitere Kandidaten sprangen ab, so dass die WMF zur Bürgermeisterwahl, die mit der Kommunalwahl im Mai 2013 stattfand, keinen eigenen Kandidaten präsentieren konnte. Die Kandidatin der SPD, Anke Cornelius-Heide wurde mit deutlicher Mehrheit gewählt.

Für die WMF brachte die Kommunalwahl 2013 nach drei erfolgreichen Wahlen erstmalig einen "Dämpfer". Von einer Niederlage kann allerdings nicht die Rede sein. Die WMF-Fraktion ist mit 5 Stadtvertretern (SPD 6 / CDU 6 / FDP 2) eine gleichwertige Kraft und macht weiterhin konstruktive Kommunalpolitik. Es ist uns gelungen, den Generationswechsel einzuleiten, mit Kirsten Witt und Markus Pycha zogen zwei junge Meldorfer in die Stadtvertretung ein.

Die WMF stellt mit Heinz Hell den 1. Stellvertreter der Bürgermeisterin, und Bernd Wichelmann führt weiterhin erfolgreich den Tourismus-, Wirtschafts- und Kulturausschuss, den Ausschuss, in dem ganz entscheidend die Weichen für die zukünftige Entwicklung Meldorfs gestellt werden.

 

Waldemar Herzberg Dr. Henning Ibs

 

 

Der Gründer der WMF, Dr. Henning Ibs zog sich nach der Wahl aus der aktiven Kommunalpolitik zurück. Die Mitgliederversammlung änderte daraufhin die Satzung und wählte ihn zum ersten Ehrenvorsitzenden.

Die Arbeit der verjüngten und verkleinerten Fraktion und ohne Henning Ibs, entwickelte sich nach ersten Startproblemen wieder zum gewohnten Engagement in den Ausschüssen und in der Stadtvertretung. Die neuen Stadtvertreter prägen und bereichern inzwischen neben den „alten Hasen“ das Bild der WMF als unabhängige Alternative wieder sehr deutlich. Im März 2014 übernahm erstmals eine Frau den Vorsitz der WMF. Jeanette Kühl wurde zur Nachfolgerin von Waldemar Herzberg gewählt.

Allgemein ist der Umgang der Fraktionen in der Stadtvertretung im Vergleich mit anderen Städten in Meldorf ja eher harmonisch. Beim Thema Stadtwerke ging es dann aber doch ziemlich kontrovers und beim zweiten Anlauf zu diesem Thema sogar ruppig zu und der Ältestenrat musste schlichten. Am Ende entschied eine Mehrheit demokratisch und alle arbeiteten inzwischen an der Gründung einer Stadtwerke GmbH mit. An dem Gründungskonzept war die WMF maßgeblich und initiativ beteiligt.

Auch bei den Themen Integriertes Entwicklungskonzept, Kampstraße und Neubau eines Amtsgebäudes schlugen die Wellen wieder sehr hoch. Am Ende entschied auch hier eine Mehrheit mit der WMF für die beste Lösung für Meldorf.

Gut eineinhalb Jahre vor der nächsten Kommunalwahl im Mai 2018 ist die WMF hierfür bestens gerüstet. Die Mitgliederzahlen steigen und die Zahl der Aktiven in der Fraktion wird größer. Für die Meldorfer Kommunalpolitik ist die WMF auch 19 Jahre nach ihrer Gründung ein wichtiger Faktor. Ohne WMF müsste in der Stadtvertretung niemand mehr um eine Mehrheit für seine Vorstellungen werben. Genau diese Situation führte 1998 zu unserer Gründung.

 

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